Bahnhöfe im Raum Aachen: Handy statt Notrufsäule WDR5 am 18.07.15 von 06.05-09.00 Uhr

  • Im Raum Aachen funktionieren die Notruf- und Informationssäulen der Deutschen Bahn nicht mehr
  • Grund ist ein Serverausfall
  • Reisende nutzen nach Bahn-Angaben ohnehin eher ihre Mobiltelefone als die Säulen

Sendung zum Thema

Morgenecho | Morgen, 18. Juli 2015, 06.05 – 09.00 Uhr | WDR 5


Reisende laufen über den Platz vor dem Aachener Bahnhof
An den Bahnhöfen im Raum Aachen muss das Handy die Notrufsäule ersetzen.

Die Notruf- und Informationssäulen im Raum Aachen werden nach einer Störung möglicherweise gar nicht mehr in Betrieb genommen. Das Kommunikations- und Nutzungsverhalten der Reisenden habe sich verändert, erklärt Bahnsprecherin Sonja Stötzel. Die Deutsche Bahn bewerte deshalb derzeit neu, ob die Säulen unter Sicherheits- und Informationsgesichtspunkten überhaupt noch nötig seien. Mit fortschreitender Mobilfunknetz-Abdeckung selbst in ländlichen Gebieten greifen Reisende offenbar eher auf ihre Handys zurück, wenn sie eine Störung melden wollen oder Hilfe benötigen. Für aktuelle Reiseinformationen nutzen sie Apps oder die elektronischen Anzeigetafeln an den Bahnhöfen, deren Verbreitung laut Bahn zunimmt.

Zudem würden die Säulen häufig zweckentfremdet und nicht für das Absetzen eines Notrufs genutzt, sagte Stötzel. Es werde nun an einer „Lösung für die Zukunft“ gearbeitet. Bis zu einer endgültigen Entscheidung würde das Sicherheitspersonal an den Bahnhöfen der Region verstärkt.

Fahrgastbeirat Düren: „Unhaltbarer Zustand

Eine mit einer grauen Plane abgehängte Notrufsäule am Aachener BahnhofAbgehängt, weil außer Betrieb

Kritik kommt unter anderem vom Fahrgastbeirat im Kreis Düren. Er hält es für einen unhaltbaren Zustand, dass die Notrufsäulen am Bahnhof Düren wie in der ganzen Aachener Region derzeit abgeschaltet sind. „Für Kunden ist es nicht mehr möglich, Informationen einzuholen oder Hilfe zu rufen. Auch die Notruf-Nummer ist damit unsichtbar„, schreibt der Vorsitzende Holger Filipowicz in einer Pressemitteilung.

Der Fahrgastbeirat Düren weist auch darauf hin, dass die sogenannten 3S-Zentralen der Bahn einst mit öffentlichen Geldern finanziert worden seien. Die Zentralen sollen die Sicherheit, Sauberkeit und den Service an den Bahnhöfen sicherstellen. „Es kann nicht sein, dass die DB nicht für notwendige Ersatzinvestitionen sorgt, jedoch gleichzeitig weitere öffentliche Mittel zur Förderung der Sicherheit an ihren Stationen fordert„, so Filipowicz.

Wie rufen Senioren Hilfe?

Dem Fahrgastverband Pro Bahn zufolge gibt es in anderen Regionen in Nordrhein-Westfalen keine flächendeckende Abschaltung der Notrufsäulen wie im Raum Aachen. Die Ursache für einzelne Defekte sei meist Vandalismus. Generelle Überlegungen der Bahn, angesichts des geänderten Nutzungsverhaltens der Reisenden künftig ganz auf die Säulen zu verzichten, sorgen momentan aber auch in anderen Bundesländern für Missmut. Im Raum Hannover etwa fordern Politiker deren Erhalt insbesondere mit Blick auf die älteren Generationen, da viele Senioren keine Handys besäßen. Und selbst mit Smartphone kann die Notrufsäule im Ernstfall die erste Wahl sein.

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