Der Kaiserplatz bleibt zentrale Bushaltestelle

Planungswettbewerb zur Attraktivitätssteigerung

Düren. Die Weichen für die Umgestaltung des Kaiserplatzes sind gestellt. Einstimmig hat der Stadtentwicklungsausschuss ein sogenanntes Werkstattverfahren beschlossen, in dem drei Planungsbüros bis Oktober unter Beteiligung der Öffentlichkeit Ideen für die künftige Gestaltung ausarbeiten sollen – unter Einbeziehung der Busspur.

Kein alternativer Standort

Der Entscheidung vorausgegangen war ein neuerlicher Blick auf die Verkehrssituation. Die Gutachter Wolfgang Mesenholl und Kai Pachan hatten dargelegt, dass die zentrale Rendezvous-Bushaltestelle vom Kaiserplatz aus weder auf die Schenkelstraße, die komplett für den Individualverkehr gesperrt werden müsste, noch an die Schützenstraße (Eigentumsverhältnisse) oder ans Stadtcenter (zu wenig Raum) verlegt werden könne. Und auch die von der SPD zuletzt noch geforderte Betrachtung des Hoeschplatzes bringt aus Sicht der Gutachter keine Alternative. Nicht nur dass 160 Parkplätze, davon 86 baurechtlich im Zusammenhang mit der umliegenden Bebauung gebundene, verloren gehen würden, die An- und Abfahrt der Busse müsste mit mindestens einer zusätzlichen Ampel über die August-Klotz-Straße erfolgen und würde riesige Verkehrsprobleme im Umfeld mit sich bringen, erklärte Mesenholl. Ganz zu schweigen vom Argument des Baudezernenten Paul Zündorf, dass der Masterplan für den Hoeschplatz hochwertige Wohn- und Geschäftsbebauung vorsieht. Zudem warnte Kai Pachan davor, das Rendezvous-System in Frage zu stellen, das derzeit auf dem Kaiserplatz ein schnelles Umsteigen von jeder Linie in jede andere im Halbstundentakt erlaubt. Diese einzigartige Qualität müsse unbedingt beibehalten werden, betonte Pachan. Zudem sei das System fester Bestandteil des neuen Nahverkehrsplans des Kreises Düren. Würden die Fahrwege in der Stadt verlängert, sei das ganze System gefährdet, müssten womöglich zusätzliche Busse eingesetzt und bezahlt werden.

Während sich die CDU in ihrer Meinung bestätigt fühlte, dass der Kaiserplatz auch aufgrund seiner Bedeutung als Frequenzbringer für den Einzelhandel unbedingt zentrale Bushaltestelle bleiben muss, konnte „Ampel“-Sprecher Henner Schmidt (SPD) seine Enttäuschung nicht verbergen. Mit Blick auf die „historische Chance“, Kaiserplatz und Markt städtebaulich aufwerten zu können, hätte er sich eine intensive Betrachtung der Verkehrssituation gewünscht. Um aber den Zeitplan des Masterplans nicht zu gefährden, akzeptiert nun auch die „Ampel“ die Busspur, fordert aber, dass der Kaiserplatz so optimiert wird, dass die Aufenthaltsqualität trotz der Busse verbessert wird, zum Beispiel mit einer Verlagerung von Haltestellen auf die Zehnthofstraße.

Ziel des Werkstattverfahrens ist es nun, Lösungen für die verschiedenen Nutzungen auf dem Kaiserplatz zu finden. Der Platz vor dem Rathaus soll repräsentativ werden, zum Verweilen einladen, aber auch zeitlich befristete Veranstaltungen ermöglichen.

Quelle: Dürener Zeitung vom 07.07.16

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