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„Keine chronische Unpünktlichkeit“

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Rurtalbahn bestreitet Fahrgast-Vorwürfe, regelmäßig unzuverlässig zu sein. Kommentare auf Facebook bleiben unbeantwortet.

Kreuzau. Wenn man die Meinungen von einigen Fahrgästen über die Rurtalbahn liest, kann man glauben, dass nicht viel rund läuft. Vor allem auf der Südstrecke im Kreis Düren. Sebastian Nießen sieht das anders. Er ist Geschäftsführer des Unternehmens.

Bereits seit Längerem beklagt Michael Hafenrichter, der meist um 5.46 Uhr im Kreuzauer Ortsteil Üdingen in die Bahn einsteigt, dass die Züge „unzuverlässig und katastrophal zu spät“ seien. Grund sei „immer eine Störung im Bahnhof Kreuzau“, hinzu kämen Verspätungen an der Haltestelle Lendersdorf. Das führt nach Angaben des Fahrgastes dazu, dass er und weitere Dutzende Pendler in Düren ihre Anschlüsse nach Aachen oder Köln verpassen würden. Hafenrichter muss nach Aachen, am vergangenen Freitag habe er den Anschluss wieder verpasst. Dieser geht ab Bahnhof Düren um 6.14 Uhr. Planmäßig soll die Rurtalbahn Düren um 6.05 Uhr erreichen.

Michael Hafenrichter kritisiert zudem den Service. Eine Anzeige auf der Internetseite des Unternehmens würde stets anzeigen, dass die Züge pünktlich seien – was seiner Ansicht nach nicht zutreffe. Und zweitens moniert er, dass auf Kundenbeschwerden im Internet nicht eingegangen werde.

Sebastian Nießen, der Rurtalbahn-Geschäftsführer, negiert nicht, dass es gelegentlich zu Verspätungen komme und dass sich auch Kunden mit Kritik an sein Unternehmen wenden würden. Er sagt jedoch auch: „Es gibt keine Beschwerden, die uns chronische Unpünktlichkeit vorwerfen.“ Die Verspätungen und Zugausfälle Ende vergangener Woche führt er auf eine Störung am Stellwerk in Kreuzau zurück. Und das Resultat einer internen Recherche hat laut Nießen ergeben: In den vergangenen vier bis fünf Monaten lagen drei dieser Störungen am Bahnhof Kreuzau vor, die „zu größeren Verspätungen“ geführt hätten.

Auf der Facebook-Seite der Rurtalbahn teilen zumindest drei weitere Fahrgäste die Ansicht von Michael Hafenrichter, dass die Bahn regelmäßig zu spät sei. Ein vierter Kommentar bemängelt, dass Durchsagen bei Zugausfällen fehlen würden. Es sind die einzigen Kommentare auf der Seite in 2017.

Es heißt zum Beispiel: „Ich hoffe nur, dass ihr diese ständigen Verspätungen so schnell wie möglich in den Griff bekommt“ oder „In letzter Zeit häufen sich die Verspätungen extrem“. Letztere Aussage bezieht sich auf den Bahnhof Heimbach, von dem aus Züge teilweise unpünktlich starten würden, wie der Fahrgast auf DZ-Nachfrage schrieb. Dieser äußert ebenfalls, dass keine Durchsagen gemacht würden, die etwaige Zugausfälle – beispielsweise in Düren – begründen würden. Die beiden zitierten Kommentare datieren auf vergangenen Samstag und sind Reaktionen auf Verspätungsmeldungen an diesem Tag. Auf die Vorwürfe hatte das Unternehmen weder öffentlich noch mit einer privaten Nachricht an die Fahrgäste geantwortet, wie die Fahrgäste auf DZ-Nachfrage meinten.

Was den Kundenservice betrifft, sagt Nießen, dass das Unternehmen Beschwerden über das Kontaktformular auf der Internetseite erst schriftlich und bei mehrmaligen Anfragen telefonisch beantworte. Das sei bei Michael Hafenrichter der Fall gewesen, betont Nießen. Und: „Bei Facebook antworten wir generell nicht, das können wir nicht leisten.“ Durchsagen an Haltestellen seien nicht möglich, weil die Technik fehle.

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„Es gibt keine Beschwerden, die uns chronische Unpünktlichkeit vorwerfen.“

Sebastian Nießen, Rurtalbahn

Quelle: Dürener Zeitung vom 17.02.2017

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